Entwurmung bei Pferden

Wurmkur ja oder nein? Dieses Thema scheidet die Geister! Auf der einen Seite gibt es die alte Methode der strategischen Entwurmung, bei der jedes Pferd alle 3-4 Monate entwurmt wird, ohne zuvor auf Wurmbefall untersucht worden zu sein. Damit werden auch Endoparasiten bekämpft, die bei einer Laboruntersuchung unentdeckt geblieben wären. Allerdings entwickeln auch Würmer Resistenzen gegen Wirkstoffe denen sie immer wieder ausgesetzt sind, so dass die Wirksamkeit der herkömmlichen Wurmmittel immer fragwürdiger wird. Außerdem wird das Pferd vielleicht grundlos Medikamenten ausgesetzt und zumindest die Bakterien der Darmflora sind darüber „not amused“!

Dem gegenüber steht die zeitgemäße Methode der selektiven Entwurmung. Hier wird eine Kotprobe im Labor auf alle relevanten Endoparasiten untersucht, um dann zu entscheiden, ob eine Wurmbekämpfung notwendig ist und welcher Wirkstoff Sinn macht. Erfahrungsgemäß und das belegen auch aktuelle Studien, verwurmen auch bei Herdenhaltung immer wieder dieselben Pferde. Etwa 70% der Pferde kann über das körpereigene Immunsystem den Wurmbefall in komfortablen Grenzen halten.

Tipps:

  • Das Gewicht des Pferdes muss unbedingt berücksichtigt werden, wenn die Wurmkur richtig dosiert sein soll
  • Eine Wurmkur richtig zu verabreichen ist nicht einfach, denn die meisten Pferde finden sie einfach nur scheußlich!  Wer (noch) Anfänger bei der Verabreichung ist, sollte sich deshalb unbedingt helfen lassen, damit auch wirklich die ganze Menge im Pferd und nicht auf dem Pulli landet.
  • Wurmkuren sollen kühl und sicher gelagert werden, angebrochene Wurmkuren darf man nicht weiterverwenden.
  • Labortests müssen umfassend sein und sollen auch Bandwürmer, Dassellarven, Lungenwürmer usw. erfassen, sonst sind sie nicht wirklich aussagekräftig.

25.06.2019