Mehr als nur Einstreu-Stroh

Heute nimmt man Stroh eigentlich nur als Einstreu wahr, dabei ist Getreidestroh eine wichtige Futterkomponente. Es ist arm an Eiweiß und deshalb bei genügsamen Rassen eine wichtige Alternative zu jungem Gras oder gehaltvollem Heu.

Stroh wird unterschätzt

Interessant ist Stroh aber auch für Sport- und Arbeitspferde,  denn der Energiegehalt von drei Kilogramm Haferstroh ersetzt mal ganz locker ein ganzes Kilogramm Haferkörner. Dabei muss natürlich wesentlich mehr und länger gekaut werden, was den Speichel zum Fließen bringt, der im sauren Magenmilieu bekanntlich als Puffer wirkt.

Vorsicht ist bei gierig fressenden Pferden geboten, da Futterstroh in Mengen Verstopfung bewirken kann. Hier muss die Gesamtration geprüft und die Strohmenge auf 0,7 kg/100 kg Körpergewicht beschränkt werden.

Stroh ist Gold wert

Quasi nebenbei wird auch das immense Kaubedürfnis unserer Pferde befriedigt, sie sind zufriedener und Verhaltensstörungen treten nur selten auf.
Der hohe Rohfasergehalt von Stroh erklärt sich durch den hohen Anteil an nahezu unverdaulichem Lignin. Dieser Gerüststoff schützt die Pflanze und verleiht  den Halmen Stabilität. Ob Lignin eine darmschützende Wirkung hat wird noch diskutiert. Klar ist aber, dass die Fütterung von Strohhäcksel Darmübersäuerung  vorbeugt. 

Stroh ist nicht gleich Stroh

Damit Futterstroh angenehm frisch riecht und eine goldgelbe Farbe hat, muss es sorgfältig geerntet werden. Es soll trocken, frei von Verunreinigungen und nicht zu fest gepresst sein.  Muffig-staubiges,  graues oder klammes  Stroh ist für Pferde absolut ungeeignet.

29.08.2018