INSEKTENPLAGE am Stall | Teil 1: Geflügelte Biester

Der Sommer kommt und mit ihm rückt unseren Pferden wieder alles was stechen, beißen oder einfach nur nerven kann auf den Pelz.

Überall schwirrt und surrt es! Manche Pferde sind dadurch so gestresst, dass sie nicht nur mit Schweif und Kopf schlagen, sondern auch stampfen, nach dem Bauch treten, umherlaufen und dabei ins Schwitzen kommen. Doch das bringt die geflügelten Blutsauger erst richtig in Fahrt! Angelockt von der Bewegung des Pferdes, seinem Schweiß und dem Körpergeruch hinterlassen die Plagegeister juckende Stiche oder schmerzhafte Bisse. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, entstehen darüber hinaus manchmal  auch noch allergische Reaktionen, Augenentzündungen oder Schwellungen im Bereich des Nabels und der Weichteile.

Insektenschutz ist also angesagt!

Pferde und Ponys mit viel Mähne und Schweif sind definitiv im Vorteil, während Pferde mit dünnem Schopf oder gestutzter Mähne Hauben oder Fransenstirnbändern tragen müssen. Eingebundene Schweife sind keine gute Idee, denn mit dieser natürlichen Fliegenklatsche schützt das Pferd seine Hinterhand und besonders die empfindlichen Weichteile deren dünne, fast haarlose Haut die stechenden Biester quasi zum Landeanflug einlädt.

Im Extremfall können Pferde mit Fliegendecken, die es in allen Ausführungen bis hin zur Ganzkörperhülle gibt geschützt werden. Allerdings kommt dadurch weniger Licht und Luft an die Haut, die gegenseitige Fellpflege und der damit verbundene Sozialkontakt fällt aus und Wälzen oder Kratzen an einem Baum kann das Ende des teuren Stückes bedeuten.

Chemische Keule oder Hausmittelchen?

Wer deshalb lieber zum „Anti-Mücken-Spray“ greift sollte bedenken, dass sie logischerweise alle mehr oder weniger stark giftig sind und Nebenwirkungen haben können. Nicht umsonst steht im Kleingedruckten häufig „nicht einatmen“ oder „Schwangere sollten Kontakt vermeiden“, was zu denken gibt.

Auch Mückensprays „auf Pflanzenbasis“, sind leider nicht immer von vornherein völlig unbedenklich, da die enthaltenen Duftstoffe meistens aus einer Kombination von ätherischen Ölen bestehen die Hautirritationen auslösen können.

Hier hilft nur Ausprobieren, indem man eine kleine Menge aufs Fell aufträgt. Die Sattel- und Gurtlage sollte dafür aber nicht herhalten, da Druck und Reibung die Haut genau wie Sonne zusätzlich reizt. Auch wenn Du Hausmittelchen aus der eigenen Hexenküche verwendest muss natürlich zuerst die Verträglicheit geprüft werden.

Ein Rezept „Fliegenspray zum Selbermachen“ bekommst Du nächste Woche!

Tipps und Tatsachen:

  • Kein Insektenschutz wirkt hundertprozentig
  • Die Schutzdauer ist begrenzt und wird durch Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit, Wind und Schwitzen verringert
  • Beim Auftragen die Augenpartie, Nüstern, Maul und Schleimhäute und natürlich Wunden oder Sonnenbrand aussparen
  • Auch ätherische Öle können hautreizend und allergen sein.
  • DEET-haltige Mittel greifen Kleidung an, das Insektizid Permethrin ist giftig für Katzen
  • Aufbewahrung kindersicher
  • Sprühen in geschlossenen Räumen kann die Atemwege reizen

(KG, 4/18)

15.05.2018