FOHLEN, kleines Wunder – großes Glück! | Teil 3: Nach der Geburt

Endlich ist das Fohlen geboren und die Freude riesengroß!

Auch wenn die stolzen Besitzer in Feierlaune sind, müssen sie gerade in den ersten Stunden nach der Geburt ein  wachsames  Auge auf Stute und Fohlen haben. Wenn die Nachgeburt nach zwei Stunden nicht oder nicht vollständig abgegangen ist, muss der Tierarzt gerufen werden auch wenn es mitten in der Nacht ist. Bleibt nämlich totes Gewebe in der Gebärmutter zurück, kommt es sehr schnell zu Entzündungen und innerlicher Vergiftung, die für die Stute lebensbedrohlich sein kann.

Obwohl alle Beteiligten nach der Geburt erschöpft sind, leistet das  neugeborene Fohlen noch allerhand bevor es ausruhen kann.

Kaum ins Leben geplumpst entfaltet sich seine Lunge und es beginnt instinktiv selbstständig zu Atmen. Nach wenigen Minuten dreht es sich von der Seite auf den Bauch und hebt das Köpfchen.  Natürlich ist es noch nass und wird von der Mutter abgeleckt. Diese Massage bringt den Kreislauf des Knirpses so in Schwung, dass er bald versucht aufzustehen. Es ist nur gar nicht so einfach auf vier derartig langen Stelzen zu balancieren! Einige Fehlversuche sind deshalb ganz normal, bis die zittrigen Beinchen halten. Die ersten wackligen Schritte führen instinktiv an Mamas Seite. Erfahrene Stuten stellen sich passend hin und helfen damit ihrem Sprössling bei der Suche nach „ Mamas Milchbar“. Etwa eine Stunde nach der Geburt sollte auch ein ungeschicktes Fohlen das Euter gefunden haben, was man am gierigen Schmatzen unschwer erkennen kann.

Die erste Muttermilch - auch Biestmilch oder Kolostrum genannt- ist eminent wichtig für das Neugeborene.  Es hat nämlich noch keine eigenen Antikörper, die es vor Infektionen schützen.  Innerhalb der ersten 24 Lebensstunden kann es aber alle Antikörper der Mutterstute über die Biestmilch bekommen. Dieses geniale System von Mutter Natur funktioniert leider nur ganz begrenzte Zeit, danach können die Antikörper aus der Muttermilch die Darmwände des Fohlens nicht mehr durchdringen.

Schwache, verwaiste oder verstoßene Fohlen die gerade in den ersten Lebensstunden nicht oder zu wenig bei der eigenen Mama trinken können, müssen aus diesem Grund so schnell wie möglich mit spezieller Ersatzmilch aufgepäppelt werden. 

Ein gesundes und vitales Fohlen zeigt schon nach der ersten Milchmahlzeit einen guten Bewegungsdrang und nimmt mit gespitzen  Öhrchen und großem Interesse Anteil  an seiner Umgebung.  Doch das hält nicht lange an, denn nun ist das kleine Kerlchen endgültig schrecklich müde und legt sich zum Schlafen neben seine erschöpfte Mutter, die es in den nächsten Monaten nicht mehr aus den Augen lassen wird.

Eine Mütze voll Schlaf haben nun aber auch wirklich alle verdient! Also:

Ruhe im Stall, schöne Träume und ein allzeit glückliches Pferdeleben!

02.04.2018