FOHLEN, kleines Wunder - großes Glück! | Teil 2: Die Geburt

Wenn die Stute an der Hinterhand eingefallen wirkt und die Schweifrübe etwas deutlicher absteht, steht die Geburt kurz bevor. Der gesamte Bandapparat des mütterlichen Beckens ist nun gelockert, damit der Geburtskanal sich ungehindert weiten kann. Wenn es los geht, sind Stuten gelegentlich unruhig, treten nach ihrem Bauch und schwitzen. Das ist alles normal und kein Grund zur Nervosität!

Im ersten Geburtsabschnitt öffnet sich langsam der Geburtskanal. Das ist nur möglich, wenn sich die Muskulatur der Stute in diesem Bereich entspannen kann. Gleichzeitig beginnt die Gebärmutter sich zusammenzuziehen, die Stute hat Wehen. Stuten sehen sich in dieser Phase oft nach dem Bauch um, stampfen oder äpfeln wiederholt kleine Mengen. Auch wenn es noch so schwer fällt: Für den Besitzer heißt es gelassen und passiv bleiben. Die werdende Mama soll auf sich selbst konzentriert bleiben, um einen guten Job zu machen.

Ist die Fruchtblase geplatzt, läuft das Fruchtwasser aus der Scheide. Die meisten Stuten legen sich dann hin. Deutlich kann man die Wehen am Zusammenziehen der Bauchmuskulatur erkennen, die das Ungeborene im Inneren Stück für Stück voranschieben, bis sich schließlich die Vorderhüfchen zeigen. Auf den Vorderbeinen ruht der kleine Kopf und wenn die Nasenspitze erst einmal sichtbar ist, geht es oft ganz schnell und das Fohlen gleitet noch immer von Eihäuten umhüllt ins Leben.

Wenn die Stute aufsteht, reißt die Nabelschnur von selbst ab. Sie darf nicht künstlich durchtrennt werden. Die Eihüllen werden von der frisch gebackenen Mama zerbissen und weggeleckt, was besonders wichtig für die Bildung der Mutter-Kind-Bindung ist. Außerdem bringt diese energische Massage den Kreislauf des feuchten Neugeborenen so richtig in Fahrt! Eingreifen muss man deshalb nur, wenn Maul und Nüstern des Neugeborenen von Häuten und Schleim bedeckt sind. Schließlich soll es ja seinen ersten Atemzug  ungehindert machen können.

Im Gefühlschaos darf der stolze Besitzer von inzwischen zwei Pferden nicht vergessen, auf das vollständige Austreiben der Nachgeburt zu achten. Es soll schließlich kein totes Gewebe in der Mutterstute zurückbleiben! Und während man darauf wartet, darf schon mal gefeiert werden! Natürlich nicht direkt daneben, denn Mutter und Kind müssen sich jetzt von den Strapazen erholen und zueinander finden. HAPPY BIRTHDAY und ein glückliches Pferdeleben!

Mehr darüber demnächst in FOHLEN, kleines Wunder – großes Glück! Teil 3: Nach der Geburt

06.03.2018