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Kolik - Darm in Streik

„Dein Pferd hat eine Kolik!“ Diese Nachricht ist der Albtraum jedes Pferdebesitzers und lässt die Knie weich werden. Panikattacken sind allerdings völlig unangebracht, denn jetzt muss überlegt und vor allem schnell gehandelt werden.

Der Darm eines Pferdes ist ein echtes Hochleistungsorgan und erfüllt seine vielfältigen Aufgaben im Normalfall reibungslos und unbemerkt im Dunkeln. Leider ist der Pferdedarm aber auch ein Sensibelchen, das auf seine Umwelt reagiert. Dabei spielen naheliegende Faktoren wie Futterwechsel  oder Fütterungsdefizite in Qualität und Menge eine große Rolle, doch machen dem Pferdedarm auch Wetterumschwünge, Haltungsfehler, Stress und vieles mehr zu schaffen. Ganz oder teilweise stellt er die Arbeit ein, fängt an zu krampfen und bereitet dem Pferd damit enorme Bauchschmerzen.

Schon die Diagnose einer Kolik erfordert Fingerspritzengefühl, denn jedes Pferd reagiert anders: Während das eine vor Schmerzen schwitzt, tobt und sich rücksichtslos wälzt, leiden andere stumm sehen sich allenfalls nach dem Bauch um, treten mit den Hinterbeinen dagegen oder verharren liegend in Brustbauchlage. Gerade bei unauffälliger Symptomatik  bleibt eine Kolik manchmal zu lange unbemerkt und die Gefahr, den Ernst der Situation zu unterschätzen ist besonders groß.

Bei Kolikverdacht ist der erste Schritt deshalb immer der Anruf beim Tierarzt und zwar auch nachts oder am Wochenende. Koliken werden immer als Notfälle eingestuft, die das Tagesgeschäft unterbrichen. Bis zum Eintreffen des Tierarztes sollte jede weitere Futteraufnahme verhindert werden. Ein Pferd mit milden Kolikanzeichen darf geführt werden, doch die eigene Sicherheit geht vor! Pferde mit massiven Bauschmerzen sind manchmal wie von Sinnen und reagieren unberechenbar. Ihnen gibt  man zum Beispiel in einer Halle oder einem Paddock genügend Raum, sich selbstständig zu bewegen. Damit ist auch die Verletzungsgefahr bei unkontrolliertem Niederwerfen nicht so groß.

Trifft der Tierarzt ein, wird er nach einer gründlichen Untersuchung in der Regel ein Medikament zur Beruhigung des Darms und ein Schmerzmittel spritzen. Dann hilft nur hoffen und beten, aber in den allermeisten Fällen führt schon diese Behandlung zum Erfolg. Sobald die Krämpfe nachlassen, nimmt der Darm in der Regel seine Arbeit wieder auf und das Schlimmste ist überstanden. GLÜCK GEHABT!

In der Regel wird der Patient danach noch einige Tage Diät halten müssen und bekommt kleine Portionen Heu und etwas Mash, bis er wieder völlig obenauf ist. Auch wenn die Erleichterung groß ist, muss sich der Pferdebesitzer nun mit der Ursachenforschung und –bekämpfung beschäftigen, um weitere Koliken zu vermeiden.

 

Beitrag von unserer Futterexpertin Katrin Grandegger.

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