Sie sind hier: Aktuelles & Termine

Auf den Magen geschlagen - Magenentzündung und Magengeschwür

Jedes zweite Pferd hat ein Magengeschwür!
Diese Aussage betrifft nicht nur Turnier- oder Rennpferde, sondern gilt für Fohlen genauso wie für „ganz normale“ Reitpferde, die stundenweise Koppelgang genießen dürfen. Hinter der Diagnose steckt so viel stumm ertragenes Leid, dass es keinen Pferdebesitzer kalt lassen darf.

Die Hauptursachen für Magengeschwüre hängen häufig mit der Fütterung zusammen.
Lange Fresspausen, zu wenig Raufutter, große Mengen an Kraftfutter, schlechte Futterqualität und falsche Fütterungstechnik sind genau wie Stress regelrechte k.o.-Faktoren für die zarte Darmschleimhaut.
Es kommt zu Entzündungen aus denen äußerst schmerzhafte Geschwüre entstehen, die chronisch werden können und beim geringsten Anlass wieder aufflammen.

Sensibel an Körper und Seele

Stress ist unvermeidlich, wenn Sportpferde auf Veranstaltungen ihr Bestes geben sollen:  Die Strapazen des Transports, die ungewohnte Umgebung, der Futterwechsel und ein Reiter unter Erfolgsdruck ergeben einen gefährlichen Cocktail. Aber es spielen auch Stressfaktoren eine Rolle, die weniger offensichtlich sind und absolut jedes Pferd betreffen: Ärger mit dem Boxennachbarn, Mobbing in der Gruppe, Überforderung beim Training, Langeweile, Einsamkeit und Trauer, um nur einige zu nennen.

Schleichender Schmerz

Pferde sind grundsätzlich entgegenkommend und wollen ihren Besitzern gefallen. Sie bemühen sich auch dann noch um gute Leistung, wenn brennender Schmerz ihr täglicher Begleiter ist. Fairer Umgang bedeutet deshalb, sein Pferd zu beobachten und Veränderungen im Verhalten richtig zu deuten. Nun reagiert allerdings jedes Pferd unterschiedlich, was die realistische Einschätzung auch für verantwortungsvolle Pferdebesitzer schwierig macht.

Diese Signale können auf Magengeschwüre hindeuten:

? Apathie und Lustlosigkeit bis hin zur Depression oder aber Aggressivität
? Flehmen oder häufiges Gähnen, Zähneknirschen, Probleme beim Hinlegen
? Verändertes Trinkverhalten, Scharren oder Schweifschlagen beim Fressen, starke Speichelbildung
? Appetitlosigkeit, schlechte Futterverwertung, struppiges Fell

Selbst Probleme welche die Rittigkeit betreffen, haben oft Magengeschwüre als Ursache. Manchmal zeigt das Pferd seinen Unwillen bereits beim Angurten oder Aufsitzen. Andere verweigern das Reiten bergab oder verspannen sich plötzlich im Galopp, weil Magensäure schmerzhaft über offene Geschwüre schwappt.

Vorbeugen und Vermeiden

Ein gewisses Maß an Stress ist für jedes Lebewesen normal und wird weggesteckt. Es geht also nicht darum Pferde, „in Watte zu packen“, sondern ihnen ein möglichst artgerechtes Leben zu ermöglichen. Das Herdentier Pferd braucht Licht, Luft, Bewegung und sozialen Kontakt zu Artgenossen. Pferde dürfen also nicht in der Box versauern, aber ständiges Reiten in forcierter Gangart kann genauso Stress bedeuten. Kontakt zu Artgenossen ist immens wichtig, aber wenn ein Partner nur gepiesackt wird, ist das genauso schlimm wie Einsamkeit.

Grünes Licht bei Alarmstufe Rot

Das Steppentier Pferd ist ein Dauerfresser und hat einen relativ kleinen, störanfälligen Magen. Es kann nicht erbrechen, um Mageninhalt „loszuwerden“ und sich Erleichterung zu verschaffen. Besonders verdorbenes Futter aber auch Futterkonzentrate, die sehr rasch verschlungen werden führen häufig zu Störungen und damit zu Reizungen der Magenschleimhaut. Richtig gefüttert sind sie vermeidbar!

Praktische Fütterungstipps

  • Ausreichend Raufutter d.h. 2 kg gutes Heu/100 kg Körpergewicht und Tag
  • Möglichst viele kleine Portionen, um Fresspausen zu vermeiden
    -> bewirkt: ständiges Kauen, stetiger Speichelfluss und damit Neutralisation der Magensäure
  • Mindestens 15 min vor der Kraftfuttergabe muss Heu gefüttert werden
  • Kraftfuttermenge anpassen (max 1g Stärke/kg Körpergewicht und Mahlzeit)
  • Futtermittel mit hohem Zucker- und Stärkeanteil reduzieren
  • Langsames Fressen, Unruhe beim Füttern vermeiden
    -> bewirkt: gute Durchmischung eines lockeren Futterbreis, so dass einem störungsfreien Abbau steht nichts im Weg
  • Kein verpilztes oder verschmutztes Futter
  • Kein Futter das verkleistert, wie zum Beispiel Roggenschrot oder größere Menge Brot
  • Medikamente können ebenfalls Magenprobleme verursachen

Ideal sind also Kraftfuttersorten die leicht verdaulich sind, einen geringen Zucker- und Stärkeanteil haben und so viel Struktur aufweisen, dass sie gründlich gekaut und eingespeichelt werden:
 
Pegus Natural Müsli
Pegus Natural Mash
Pegus Natural Senior Struktur
Pegus Natural Luzernecobs
Pegus Natural Wiesencobs

Unser Pegus Sortiment erhalten Sie bei Ihren ausgewählten Partnern sowie Pferdekompetenzbetrieben. Oder bestellen Sie innerhalb von Deutschland bequem im Online Shop – mit Top-Service und direkter Lieferung zu Ihnen.

Berater suchen Online bestellen